Macht euch mal keine Sorgen, ich kenne diese Sorte aus den von mir betriebenen Foren schon lange nur zu genüge, ich weiß ja nicht, was da noch kam, aber ich habe längst ignoriert und sehe an Eurer Diskussion, daß ich daran wohl gut getan habe.
Das ist oft so, das trifft man sehr häufig - auch gerade bei Musik und damit zusammenhängenden Vorlieben und Abneigungen, daß Menschen ein sehr schmales Sichtfeld haben und die eigene Anschauung für die einzig wahre halten, ja, jede Abweichung davon sogar sofort vehement attackieren. Da kann man dann meistens auch nicht mehr helfen. Ich halte "Achselzucken und Weitergehen" für die optimale Alternative, gerade, wenn diejenigen ihre Sichtweise völlig unangebracht aggressiv vertreten.
Klar geht es in dieser Diskussion auch um Geschmack, ich neige dazu, es schlicht zu akzeptieren, wenn jemand sagt "gefällt mir" oder "mag ich nicht", ich denke, so geht es hier den meisten. Ein anderer Punkt ist natürlich, wenn wir versuchen die Geschmackskomponente außen vor zu lassen - was niemals 100%ig gelingen wird. Dann bewerten wir ein Stück Musik anhand von Virtuosität des Vortragenden und der Qualität der Komposition.
Auch das kann sehr irreführend sein, bauen wir doch mal ganz primitiv auf, diatonisch, fußend auf funktionalen Grundakkorden also Tonika, Subdominante und Dominante, dann haben wir etwas beschrieben, was Vieles sein könnte - vom Horst Wessel Lied bis zu einem - womöglich sogar ergreifend gut vorgetragenen - Blues. Eine qualitative Aussage lässt sich damit absolut nicht treffen. Im Mainstream finden wir Stücke, die bieten da noch weniger, Stücke die Komplett auf einem einzigen Akkord aufgebaut sind, die Singstimme kommt mit 3 - 5 Tönen aus, wobei 5 schon hoch gegriffen ist, wow, die komplette Pentatonik!

Sehr beliebt sind derzeit Computerstimmen-Effekte, auch das hat einen produktionstechnischen Vorteil: Egal wie talentfrei unser an Geschlechtsmerkmalen reich ausgestattetes Künstlerchen auch ist: "Komm, sing in das Mikro hier, die Melodie füge ich am Keyboard hinzu!"
Ein Paradebeispiel isr für mich z.B.
Bruises von Chairlift (Link klicken auf eigene Gefahr!). Caroline Polachek, die Sängerin, haucht und nuschelt den simplen, von Wiederholungen wimmelnden Text mehr schlecht als recht ins Mikro, obwohl es mehr Sprechen als Singen ist gelingt es ihr, virtuos an den angepeilten Tönen vorbeizusingen das es mir die Fußnägel derart hochrollt, daß ich den versiebten ersten Keyboardeinsatz fast überhöre, um das, was an Gehör übrig bleibt mit ihrem Refrain "for youuhuuuhu uhhh uhuhuuuu" zielsicher zu zerfetzen. Selbst die in den radios rauf und runter genudelte Studioversion (zum Teufel, wer hat denen dafür wieviel bezahlt) kommt derart schief und jaulig rüber.
Seht Ihr? Ich versuche eine beurteilung anhand der im Song enthaltenen tatsachen und es mißlingt mir, da meine Abneigung gegen die Lauschermarter einfach viel zu groß ist. Vielleicht sieht das auch jemand ganz anders, das wird meine meinung kaum ändern aber ich kann mich doch für denjenigen freuen, etwas Schönes gefunden zu haben. Ich muss kaum am Eingang eines Chairlift-Konzertes stehend den Fans Schmähungen und Verwünschungen entgegenschleudern, ich schaue mir derweil einfach ein anderes Konzert an, welches mir gefällt. Das ist letztendlich sowohl für besagte Fans als auch für mich und hinzukommend diejenigen, die auf "meinem" konzert mit mir viel Spaß haben die eindeutig bessere Wahl.
Eine Verhaltensweise, die einem auch beim Mitmachen in Internetforen zu Gute kommt. Niemand ist gezwungen, an Themen, "die eh nur irgendwer zur Selbstdarstellung eröffnet hat", teilzunehmen. Man würde sich doch nur unnötig ärgern, ein geistig einigermaßen reifer Mensch erspart sich dergleichen. So mag man sich neben dem Ärger sogar ersparen, sich in einem Thema, an dem sich gerade eine Handvoll Leute beteiligen, innerhalb kurzer zeit zwei "Ignores" einzuhandeln.