18.09.2010, 20:44
Hallo zusammen 
Mal ein Bericht von mir an ungewohnter Stelle
.
Vor kurzem bin ich in der Bucht über eine NAD 2140 Stereo-Endstufe gestolpert.
Der Verkäufer schrieb folgendes dazu:
Das ganze gab es für 49,90€ Sofortkauf zzgl. 9,90€ Versand. Die NAD Verstärker geniessen einen sehr guten Ruf, ich war auf der Suche nach einer Transistorendstufe, die Fehler sind bestimmt nicht so schlimm und für den Preis kann man's versuchen. Also gekauft. Nach zwei Tagen kam das bei mir an:
![[Bild: z3n3ta9m.jpg]](http://s13.directupload.net/images/100918/z3n3ta9m.jpg)
Sie hat über die Jahre gelitten. Das hätte aber auch schlimmer sein können.
Stecker in die Steckdose, Netzschalter an. Es knallt nicht, es raucht nicht - ein gutes Zeichen. Die Power-LED leuchtet nicht, wie beschrieben. Sonst alles gut. OK, hängen wir mal Lautsprecher d'ran. Immer noch alles gut. Denn mal Signal dazu und - oh Wunder - aus beiden Lautsprechern kommen Töne und zwar völlig unverzerrt. Das ist doch höchst erfreulich
. Klang aber trotzdem sehr merkwürdig. Hätte ich gewusst, dass man den 'Bridged' Schalter einschalten muss, um Stereo zu hören... naja, jeder macht mal Fehler. Die Verzerrungen dürften eine Kontaktstörung in einem der Schalter gewesen sein.
Die Endstufe an sich läuft also. Rein in's Auto und ab zu Martin. Die Power-LED muss auch leuchten. Also habe ich das Kabel von der LED zur Platine verfolgt und da dann einen defekten Widerstand gefunden. Ausgetauscht und schon leuchtet es wieder
. Damit waren alle Fehler beseitigt und die Endstufe technisch in Ordnung.
Nun ist dieser Amp mindestens 25 Jahre alt. Da ist zu vermuten, dass die Elkos schlapp sind. Ein Hörtest (an der Forenbox) bestätigte das. Sie klang gut, war aber unkontrolliert und im Bassbereich etwas schwammig. Da man alten Elkos auf die Sprünge helfen kann, wenn sie warm werden, haben wir mal eben den Heissluftfön in die Endstufe gehalten. Schon wurde es besser. Die logische Konsequenz: alle Elkos auswechseln.
WICHTIG: BEIM AUSTAUSCHEN DARAUF ACHTEN, DASS DIE NEUEN ELKOS RICHTIG GEPOLT EINGELÖTET WERDEN!!!
Urzustand:
![[Bild: ofgphm3l.jpg]](http://s13.directupload.net/images/100918/ofgphm3l.jpg)
Die alten Elkos:
![[Bild: 7h5hwksw.jpg]](http://s13.directupload.net/images/100918/7h5hwksw.jpg)
Ich bei der Arbeit:
![[Bild: wjgqdpnm.jpg]](http://s13.directupload.net/images/100918/wjgqdpnm.jpg)
Mit neuen Elkos:
![[Bild: h2bya2z7.jpg]](http://s13.directupload.net/images/100918/h2bya2z7.jpg)
Einige Lötstellen, die nicht mehr schön waren, habe ich bei der Gelegenheit gleich nachgelötet.
Darauf folgte ein Hörtest. Das war schon deutlich besser. Das Klangbild war klarer, besser strukturiert und durchhörbarer. Auch die Räumlichkeit war hervorragend. Allein im Bass liess sie Kontrolle vermissen.
Also gings an die Netzteilelkos. Hier wurde aber nicht einfach alt gegen neu getauscht. Im Ursprung waren vier 4700uF/50V Elkos verbaut. Die gemessene Spannung an den Elkos war 51,3 Volt. Demnach waren die alten Elkos permanent im Grenzbereich. Nun könnte man ja einfach vier neue mit 63 Volt Spannungsfestigkeit einsetzen... Martin wusste aber eine bessere Lösung. Er teilte eine Gesamtkapazität von 24400uF auf vier, jeweils paarweise unterschiedliche Elkos auf.
Die alten Netzteilelkos:
![[Bild: fixcve9h.jpg]](http://s13.directupload.net/images/100918/fixcve9h.jpg)
Neue Elkos:
![[Bild: zceydy4x.jpg]](http://s13.directupload.net/images/100918/zceydy4x.jpg)
Fertig:
![[Bild: l25z8vqd.jpg]](http://s13.directupload.net/images/100918/l25z8vqd.jpg)
Der Erfolg der Massnahme ist ein deutlich präziserer Bassbereich. Bassschläge, bsp. von einer Bassdrum, kommen knackig und schnell mit Attacke. Es hat mich erstaunt, welche Wirkung die Wahl der richtigen Elkos auf den Klang hat. Das funktioniert übrigens auch mit anderen Verstärkern, die kein Schaltnetzteil haben
.
Fazit:
Die 2140 von NAD ist eine hervorragende Endstufe, die man sehr günstig erstehen kann. Funktionsfähig sind Preise unter 100€ keine Seltenheit. Die oben beschriebenen Arbeiten kann man bei Martin für 100€ inkl. Material ausführen lassen. Das Ergebnis ist eine Endstufe, die den Vergleich mit deutlich teureren Endstufen nicht scheuen muss.
Von mir eine klare Empfehlung für die 2140. Wer einen Vollverstärker sucht, dem sei der NAD 3140 an's Herz gelegt, der die gleiche Endstufe wie die 2140 hat. Einen 3140 werde ich mir auch noch für meine PC-Anlage zulegen.
Gruss
Olli

Mal ein Bericht von mir an ungewohnter Stelle

WICHTIG: BEIM ARBEITEN AN GEÖFFNETEN GERÄTEN IMMER DEN NETZSTECKER ZIEHEN!!! ES BESTEHT DIE GEFAHR EINES ELEKTRISCHEN SCHLAGS, DER ZUM TODE FÜHREN KANN!!!
Vor kurzem bin ich in der Bucht über eine NAD 2140 Stereo-Endstufe gestolpert.
Der Verkäufer schrieb folgendes dazu:
Zitat:Nad 2140 highend Endstufe
Defekte Bastlerware!
Der Ton bei einem Kanal verzerrt!
Verkaufe eine defekte Endstufe aus der Edelschmiede Nad.
Leider verzerrt bei einem Kanal der Ton und eine LED Leuchte ist defekt, wird als defekte Ramschware verkauft!
Wird ausdrücklich als defekte Ramschware verkauft!
Das ganze gab es für 49,90€ Sofortkauf zzgl. 9,90€ Versand. Die NAD Verstärker geniessen einen sehr guten Ruf, ich war auf der Suche nach einer Transistorendstufe, die Fehler sind bestimmt nicht so schlimm und für den Preis kann man's versuchen. Also gekauft. Nach zwei Tagen kam das bei mir an:
![[Bild: z3n3ta9m.jpg]](http://s13.directupload.net/images/100918/z3n3ta9m.jpg)
Sie hat über die Jahre gelitten. Das hätte aber auch schlimmer sein können.
Stecker in die Steckdose, Netzschalter an. Es knallt nicht, es raucht nicht - ein gutes Zeichen. Die Power-LED leuchtet nicht, wie beschrieben. Sonst alles gut. OK, hängen wir mal Lautsprecher d'ran. Immer noch alles gut. Denn mal Signal dazu und - oh Wunder - aus beiden Lautsprechern kommen Töne und zwar völlig unverzerrt. Das ist doch höchst erfreulich

Die Endstufe an sich läuft also. Rein in's Auto und ab zu Martin. Die Power-LED muss auch leuchten. Also habe ich das Kabel von der LED zur Platine verfolgt und da dann einen defekten Widerstand gefunden. Ausgetauscht und schon leuchtet es wieder

Nun ist dieser Amp mindestens 25 Jahre alt. Da ist zu vermuten, dass die Elkos schlapp sind. Ein Hörtest (an der Forenbox) bestätigte das. Sie klang gut, war aber unkontrolliert und im Bassbereich etwas schwammig. Da man alten Elkos auf die Sprünge helfen kann, wenn sie warm werden, haben wir mal eben den Heissluftfön in die Endstufe gehalten. Schon wurde es besser. Die logische Konsequenz: alle Elkos auswechseln.
WICHTIG: BEIM AUSTAUSCHEN DARAUF ACHTEN, DASS DIE NEUEN ELKOS RICHTIG GEPOLT EINGELÖTET WERDEN!!!
Urzustand:
![[Bild: ofgphm3l.jpg]](http://s13.directupload.net/images/100918/ofgphm3l.jpg)
Die alten Elkos:
![[Bild: 7h5hwksw.jpg]](http://s13.directupload.net/images/100918/7h5hwksw.jpg)
Ich bei der Arbeit:
![[Bild: wjgqdpnm.jpg]](http://s13.directupload.net/images/100918/wjgqdpnm.jpg)
Mit neuen Elkos:
![[Bild: h2bya2z7.jpg]](http://s13.directupload.net/images/100918/h2bya2z7.jpg)
Einige Lötstellen, die nicht mehr schön waren, habe ich bei der Gelegenheit gleich nachgelötet.
Darauf folgte ein Hörtest. Das war schon deutlich besser. Das Klangbild war klarer, besser strukturiert und durchhörbarer. Auch die Räumlichkeit war hervorragend. Allein im Bass liess sie Kontrolle vermissen.
Also gings an die Netzteilelkos. Hier wurde aber nicht einfach alt gegen neu getauscht. Im Ursprung waren vier 4700uF/50V Elkos verbaut. Die gemessene Spannung an den Elkos war 51,3 Volt. Demnach waren die alten Elkos permanent im Grenzbereich. Nun könnte man ja einfach vier neue mit 63 Volt Spannungsfestigkeit einsetzen... Martin wusste aber eine bessere Lösung. Er teilte eine Gesamtkapazität von 24400uF auf vier, jeweils paarweise unterschiedliche Elkos auf.
Die alten Netzteilelkos:
![[Bild: fixcve9h.jpg]](http://s13.directupload.net/images/100918/fixcve9h.jpg)
Neue Elkos:
![[Bild: zceydy4x.jpg]](http://s13.directupload.net/images/100918/zceydy4x.jpg)
Fertig:
![[Bild: l25z8vqd.jpg]](http://s13.directupload.net/images/100918/l25z8vqd.jpg)
Der Erfolg der Massnahme ist ein deutlich präziserer Bassbereich. Bassschläge, bsp. von einer Bassdrum, kommen knackig und schnell mit Attacke. Es hat mich erstaunt, welche Wirkung die Wahl der richtigen Elkos auf den Klang hat. Das funktioniert übrigens auch mit anderen Verstärkern, die kein Schaltnetzteil haben

Fazit:
Die 2140 von NAD ist eine hervorragende Endstufe, die man sehr günstig erstehen kann. Funktionsfähig sind Preise unter 100€ keine Seltenheit. Die oben beschriebenen Arbeiten kann man bei Martin für 100€ inkl. Material ausführen lassen. Das Ergebnis ist eine Endstufe, die den Vergleich mit deutlich teureren Endstufen nicht scheuen muss.
Von mir eine klare Empfehlung für die 2140. Wer einen Vollverstärker sucht, dem sei der NAD 3140 an's Herz gelegt, der die gleiche Endstufe wie die 2140 hat. Einen 3140 werde ich mir auch noch für meine PC-Anlage zulegen.
Gruss
Olli