Tuberolling KT88 beim Yarland Pro88se
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hoschibill
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#1
28.04.2009, 18:04

Hallo zusammen Smile
Ich werde mir nächste Woche einen Yarland Pro88SE zulegen. Dieser ist ab Werk mit JJ KT88 bestückt. Sind absolut keine 08/15 Röhren. Trotzdem die unausweichliche Frage: geht das noch besser? Z.B. mit Genalex Gold Lion? Wer hat Erfahrung mit verschiedenen KT88 Röhren? Hat vielleicht noch jemand den Yarland und hat schon experimentiert? Bin für jeden Erfahrungsbericht dankbar.

Gruss
Olli
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(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 03.05.2009, 18:28 von hoschibill.)
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audiosix
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#2
30.04.2009, 07:19

Habe mit JJ Röhren keine guten Erfahrungen, setze im Tagesgeschäft nur Sovtek und EH ein. Die sind langzeitstabil,

Reinhard
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richi44
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#3
30.04.2009, 13:01

Sagen wir mal so: Solange die Hersteller die Daten einhalten, die irgendwann mal in den Datenblättern festgehalten wurden, solange sind die Röhren mit der üblichen Toleranz identisch und somit sind keine Klangunterschiede zu erwarten. Wenn diese Vorgaben nicht eingehalten werden, dürften eigentlich die Röhren nicht mit dem Typ bedruckt sein, weil sie ihn ja nicht repräsentieren.

Dies ist eigentlich die Vorgabe, aber leider zu oft nur Theorie. Wenn die Daten nicht eingehalten werden, kommt es in erster Linie zu Differenzen im Arbeitspunkt und damit verändert sich die Verstärkung und der Klirr am meisten. Klangliche Unterschiede wie etwa abgrundtiefe Baässe und derlei Zeugs ist aber nicht. Die Röhre behandelt alle Bereiche zwischen Langwelle und Gleichstrom gleich. Sie merkt erstens nicht, dass da andere Signale (und wenn, welcher Art) am Zuge sind und da ja gleichzeitig Bässe und Mitten und Höhen vorhanden sind, könnte sie nur die Summe beeinflussen, nicht aber die einzelnen Frequenzen. Und Vorhänge fallen schon gar keine.

Es kann somit durchaus sein, dass das Klangbild durch eine veränderte Verzerrung beeinflusst wird. Und wenn ein Gerät über eine Gegenkopplung verfügt und diese verändert sich durch die unterschiedliche Verstärkung, so ändert sich damit bei einer Endstufe der Dämpfungsfaktor. Dies wiederum bedeutet, dass der Impedanzverlauf der Lautsprecher bei geringem DF stärkeren Einfluss auf den Frequenzgang nimmt und somit dieser schlechter, unregelmässiger wird. Und da können noch viele weitere Effekte entstehen.
Weil man aber auch heute nicht unbedingt sicher sein kann, dass eine Röhre des "Herstellers" XY auch wirklich von ihm stammt und nicht zugekaufte Ware ist, wird es sehr schwierig, diese bestimmte Marke als besser oder schlechter zu taxieren.

Wenn Erfahrungen betreffend Lebensdauer da sind, ist dies schon mal ein Indiz. Aber auch das ist keine Garantie, dass da wirklich die besseren Röhren zum Zuge kommen.
Ich würde mir solche Gedanken machen, wenn die alten Röhren nach Jahren des Betriebs langsam ausgelutscht sind. Dies dauert aber in der Praxis etliche Jahre und heute Röhren zu wechseln, nur weil man damit vermeindlich eine Klangsteigerung bekommen soll (weil das mal jemand behauptet hat, der daran verdient) ist Unsinn. Ob die neuen Röhren nach einem Monat nicht gleich "schwach" sind wie die bisherigen nach 2 Jahren ist eine offene Frage.
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hoschibill
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#4
30.04.2009, 17:12

Hallo zusammen Smile
Erst mal vielen Dank für die Antworten. Ich bin in Sachen Röhrentechnik absoluter DAU. Ich höre gerne Röhren. Ruhestrom einstellen geht auch noch, aber dann hört es auch auf.

@Reinhard: In wiefern hast Du mit JJ schlechte Erfahrungen gemacht?

@richi: Wenn ich mir Deine anderen Beiträge in diesem Forum ansehe, gehe ich davon aus, dass Du richtig Plan von der Sache hast. Meine Erfahrungen sind rein akustischer Natur und ich kann sie auch nicht technisch erklären. Bei einem Freund haben wir bei zwei Dynavox VR-80E die standard Electron EL34 gegen 6CA7 von Electro Harmonix getauscht. Das war deutlich zu hören. Bessere Auflösung und bessere Kontrolle im Bassbereich. Basierend auf dieser Erfahrung ist meine Frage entstanden.
Wenn ich Dich richtig verstanden habe, würdest Du die JJ's laufen lassen, bis sie alle sind und dann erst nach neuen (besseren) Röhren Ausschau halten. Richtig?

Gruss
Olli
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richi44
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#5
01.05.2009, 07:48

Ja. Technisch ist vieles nicht möglich, das behauptet wird und die Röhren richten sich nicht nach Gefühlen und Behauptungen, sondern nach der Technik.
Wie gesagt kann es Unterschiede geben, aber da Du ja nicht unterbruchslos umschalten kannst, sondern warten musst, bis Du die Röhren überhaupt wechseln kannst und bis sie wieder aufgeheizt sind, ist ein unterbruchsloser Wechsel nicht möglich. Und nur so könntest Du die Unterschiede überhaupt erst feststellen.
Wenn Du z.B. dir beim Wechseln überlegst, ob der Bass anders geklungen hat, so konzentrierst Du Dich auf den Bass und hörst anders hin. Die Unterschiede sind also nicht wirklich da, sondern Du hast einfach etwas gehört, was Du vorher überhört hast. Und wenn Du gelesen hast, JJ sei nichts wert, so erwartest Du auch klangliche Auswirkungen.
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audiosix
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#6
01.05.2009, 09:10

Hatte bei JJ Röhren viele Frühausfälle und damit Reklamationen.
ist schon eine Zeit her, mag sein das die Qualität gesteigert wurde.

Mach es wie Richi sagt, laufen lassen. Vielleicht halten die ja 10 Jahre.

Reinhard
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hoschibill
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#7
01.05.2009, 22:10

Hi zusammen Smile
Mit den Aussagen kann ich was anfangen. Ich danke Euch für Euer Hirnschmalz und werde also die JJ's laufen lassen, bis sie alle sind.

Gruss
Olli
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PMPO
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#8
05.05.2009, 22:02

Nabend,

nur so zur info
http://www.tubeampdoctor.com/product_inf...ts_id=1285

und wenn man löten möchte
http://www.frihu.com/content/verstaerker/

Gruß Daniel
 

............................................................
Gruß, Daniel 

Niemand scheint sich der tatsache bewußt zu sein, daß alles vorher Gesagte nichtig ist, da wir nun einmal dem kalten Determinismus der physischen Dinge unterworfene Tiere sind.

zitat von MURIEL BARBERY
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richi44
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#9
06.05.2009, 08:20

Wenn ich bei Tubeampdoctor sowas lese:
Zitat:Die KT100 bzw. KT94 können die KT88 oder 6550A direkt ersetzen und verbessern Leistung und Aussteuerbarkeit des Röhrenverstärkers deutlich.
Motiviert durch die englischen KT88 von GEC und dem Vertrieb der Gold Lion Valves (später Gold Dragon Röhren) wurden diese in den 90er Jahren in für chinesische Verhältnissen unglaubliche guter Qualität und mit entsprechend hohem Aufwand gefertigt. Leider war der Markt seinerzeit nicht bereit diese 1a Qualität entsprechend zu honorieren und daraufhin wurde diese Produktion eingestellt. In High-End HiFi Kreisen spricht man deshalb bereits von New Old Stock = NOS KT100.
Klanglich heben sich diese KT100 bzw. KT94 von den typischen KT88 und 6550 Derivaten deutlich ab. Eine Luftigkeit und seidige Höhen für zu einem entspannten, klaren aber nie analytischen Klangspektrum. Die hohe Aussteuerbarkeit gibt auch dem Bassbereich mehr Volumen und Druck ohne je die Kontur oder Definition zu verlieren. Die großflächige, mehrschichtige Anode (Karbonbeschichtet) und die entsprechend starke Kathodenbeschichtung führen zu dem erweiterten Aussteuerbarkeit gegen über KT88 oder 6550 aktueller Hersteller.
so ist dies reines Geschwurbel. Um eine grössere Aussteuerbarkeit zu erreichen, muss die Gittervorspannung anders eingestellt sein und die ganze Aussteuerkennlinie muss länger sein. Dies hat aber Auswirkungen auf die Steilheit, denn die Anodenaussteuerkennlinie kann sich nicht verändern ohne die Speisespannung zu verändern. Und da sämtliche Röhrenparameter verquickt sind (Barkhausenformel: S x D x Ri = 1), hätte eine solche Änderung Auswirkungen auf die gesammte Schaltung. Ist sie heute auf die KT88 optimiert, aber es werden andere Röhren mit anderen Parametern eingesetzt, läuft die Schaltung nicht mehr optimal.
Wenn aber alle Parameter der Röhren unverändert wären, dann würde sich nichts, aber auch gar nichts ändern und die Mühe wäre für die Katz.
Und ausserdem ist eine Röhre in der Lage, bis zu etlichen MHz zu arbeiten. Ob sich da das Signal im Gleichstrombereich oder bei 10kHz bewegt, ist ihr absolut gleichgültig. Das bedeutet, dass die Röhre da keine Unterschiede macht. Die Röhre ist nicht linear, was das Verhältnis Strom zu Spannung angeht (Kennlinienkrümmungen). Aber diese Unlinearität hat nichts mit dem Frequenzgang zu tun, sondern bezieht sich nur auf das U/I-Verhältnis. Und damit gibt es all die sagenhaften seidigen Höhen und schwarzen Bässe nicht. Sobald eine Röhre nicht die vorgegebenen Daten einhält (andere Kennlinien, wie hier versprochen wird), können Klangveränderungen entstehen, weil an der nicht optimal angepassten Schaltung andere und höhere Verzerrungen die Folge sind. Dann sind es aber erstens andere Röhren und zweitens ist die Auswirkung von der jeweiligen Schaltung abhängig. Es kann daher sehr wohl sein, dass am einen Gerät ein "Wohlklang" entsteht (der nichts mit Hifi zu tun hat sondern mit Klirr!), am anderen aber ein absoluter Missklang. Die Auswirkung ist also nicht vorhersehbar und generell ist Hifi das Streben nach unverfälschter Wiedergabe. Da stört letztlich jeder zusätzliche Klirr.
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hoschibill
DYNAMIK-MOD :)
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Registriert seit: Mar 2009
#10
11.05.2009, 21:05

Hallo zusammen Smile
Ich habe den Yarland jetzt zuhause und habe keine Ambitionen, die Röhren zu wechseln. Er klingt traumhaft gut und harmoniert auch sehr gut mit meinen Lautsprechern. Daher bleiben die JJ's drin. Nochmal vielen Dank an alle, die mir geantwortet haben.

Gruss
Olli

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