Grundlagenwissen Röhrentechnik
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hoschibill
DYNAMIK-MOD :)
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Beiträge: 2.855
Registriert seit: Mar 2009
#1
09.06.2009, 00:06

Hi zusammen Smile
Da es hier ja einige Röhrenspezis gibt, frage ich einfach mal.

Wie kam es zu meiner Frage:
Ich habe ein Paar Modern Classic Tubes CT15, bestückt mit je 2x RFT EL34. Da mir der Sound ein wenig zu müde ist, kam mir die Idee, andere Endröhren einzusetzen. Ich habe bei Jogis Röhrenbude mal gelesen, dass man die EL34 gegen die KT77 tauschen kann. Also habe ich im Röhren-Und-Hören Forum die Frage nach dem Umbau gestellt. Dort sagte man mir, dass das nicht so ohne weiteres geht. Man hat mir dort auch sehr geholfen, wie ich den Röhrentausch umsetzen kann (inkl. ändern der Schaltung, verändern der Kathodenfolgewiderstände). Allerdings sagte man auch, dass der Umbau nicht ohne das nötige Basiswissen geschehen sollte.

Jetzt zur eigentlichen Frage:
Ich will mir das nötige Wissen aneignen, um Umbauten und evtl. Verbesserungsmassnahmen durchführen zu können. Womit fange ich an? Welche Werkzeuge / Messgeräte brauche ich?

Dass es um hohe Spannungen geht, ist mir bewusst. Als gelernter Energieelektroniker habe ich damit auch beruflich zu tun (z.B. Arbeiten an BHKWs oder NSHV).

Ich habe einen Schaltplan von den Versuchsobjekten:

[Bild: 2n3wyly3.jpg]

Gemessen habe ich auch schon:

Zitat:1. Monoblock:

1. Röhre:
Pin 5 nach Pin 8: 11V
Pin 4 nach Pin 8: 237V
Pin 3 nach Pin 8: 240V

2. Röhre:
Pin 5 nach Pin 8: 11V
Pin 4 nach Pin 8: 236V
Pin 3 nach Pin 8: 240V

2. Monoblock:

1. Röhre:
Pin 5 nach Pin 8: 12V
Pin 4 nach Pin 8: 236V
Pin 3 nach Pin 8: 239V

2. Röhre:
Pin 5 nach Pin 8: 11V
Pin 4 nach Pin 8: 237V
Pin 3 nach Pin 8: 240V

Das Messgerät war ein Benning MM-2, Messbereich 1000V DC

Gruss
Olli
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Gerd
Schaut ab und zu mal vorbei
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Beiträge: 15
Registriert seit: May 2009
#2
09.06.2009, 06:57

(09.06.2009, 00:06)hoschibill schrieb: Hi zusammen Smile
Da es hier ja einige Röhrenspezis gibt, frage ich einfach mal.

Wie kam es zu meiner Frage:
Ich habe ein Paar Modern Classic Tubes CT15, bestückt mit je 2x RFT EL34. Da mir der Sound ein wenig zu müde ist, kam mir die Idee, andere Endröhren einzusetzen.

Hallo,

dumme Idee, und nicht zielführend. Die Röhren sind kein Problem, damit sollte man eigentlich ganz gut zurechtkommen.

Zitat:Jetzt zur eigentlichen Frage:
Ich will mir das nötige Wissen aneignen, um Umbauten und evtl. Verbesserungsmassnahmen durchführen zu können. Womit fange ich an? Welche Werkzeuge / Messgeräte brauche ich?

Wenn Du ernsthaft daran interessiert bist, hinterher auch zu wissen, was Du getan hast, wären Bücher die vorrangig wichtigen Werkzeuge, um sich etwas in die Grundlagen einzuarbeiten.

Was mir an der Schaltung sofort auffällt, ist die Katodenbeschaltung der Endröhren und die RC-Glieder an der Eingangsstufe, die den übertragenen Frequenzbereich einengen.
Da stellt sich sofort die Frage nach der Qualität des Ausgangsübertragers und ob diese für derartiges Vorgehen maßgeblichen Einfluß hatte. Oder ist aufbaubedingte Schwingneigung der Grund, den oberen Frequenzbereich zu beschneiden und erfordert evtl. auch die vielen frequenzgangverbiegenden RC-Glieder schon vor der ersten Röhre? Oder spielte hier nur das Klangempfinden des Entwicklers eine Rolle?...
gewerblich, ich verkaufe meine Arbeit für Geld, hier privat unterwegs
"Es kann der frömmste nicht in Frieden leben, wenn es dem bösen Pastor nicht gefällt!" Beschäftigung für Weicheier
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richi44
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#3
09.06.2009, 08:29

Ich würde Dir zuerst mal dies empfehlen:
http://ebmule.de/showthread.php?tid=567&page=1
Da sind die ersten 4 Beiträge entscheidend. Nachher kommt nur noch ein Geplänkel mit Darius, das man sich schenken kann (wie meist).
Da ist eigentlich das Meiste so erklärt, dass man sich die Sachen vorstellen kann, wie sie funktionieren. Und da habe ich auch geschrieben, was eine Röhre kann und was nicht. Wenn also Dein Verstärker matt klingt, so hat dies mit dem Höhen-Frequenzgang zu tun.
Und nur schon mit dem Eingangs-Tiefpass ist die Grenzfrequenz auf 20kHz beschränkt. Die ganze Schaltung ist also auf Höhenabwürgung ausgelegt. Natürlich kann die Gegenkopplung das wieder zum Teil ausgleichen, was aber dem Frequenzgang nicht mehr wirklich auf die Beine hilft.
Der Klang ist also nicht durch die EL34 bestimmt, denn so eine Röhre könnte problemlos bis 100kHz arbeiten. Da gibt es keine Beeinflussung, das sind Märchen. Aber die ganze Schaltung ist alles andere als optimal. Und wenn jetzt noch ein nicht gerade hochwertiger Ausgangstrafo verbaut ist, ist alle Mühe umsonst.
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hoschibill
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#4
09.06.2009, 15:59

Hi zusammen, Hallo Richi Smile

Ich habe in den letzten 2 Stunden den ersten Post durchgearbeitet. Das muss ich bestimmt noch mal machen, bis ich alles verstanden habe.

Zitat:Und nur schon mit dem Eingangs-Tiefpass ist die Grenzfrequenz auf 20kHz beschränkt. Die ganze Schaltung ist also auf Höhenabwürgung ausgelegt.

Kann man dass nicht ändern, indem man den Tiefpass am Eingang anders auslegt, bspw. auf 40KHz?

Gruss
Olli
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richi44
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#5
10.06.2009, 08:15

Hallo Olli sicher könte man das, Die Frage ist nur, ob es zielführend ist. Ein Ausgangstrafo kann den Frequenzgang bei den Höhen und Tiefen beeinflussen und zwar sehr stark. Er besitzt Resonanzstellen, welche nicht nur einen allmälichen Pegelabfall bewirken, sondern relativ steile Überhöhungen und Einbrüche produzieren. Dies ist immer verbunden mit Phasendrehungen.
Man kann jetzt eine Gegenkopplung verwenden, wie sie in Deinem Gerät eingebaut ist, um Klirr und Frequenzgang zu verbessern. ABER bei Phasendrehungen wird aus der Gegenkopplung eine Mitkopplung, was die ganze Sache zum Schwingen anregt und die Fehler noch verstärkt.
Wenn das Gerät z.B. solche Resonanzen im Ausgangstrafo hat, können diese den Frequenzgang so beeinflussen, dass er messtechnisch besser aussieht, wenn man die Höhen bedämpft. Das Dumme daran ist, dass die Bedämpfung sofort wirkt, die Resonanz aber immer eine gewisse Zeit braucht, bis sie sich aufgeschaukelt hat. Das bedeutet, dass bei einem anhaltenden Ton der Frequenzgang dank der Absenkung und Resonanz stimmt, bei kurzen Impulsen aber falsch ist.

Ich kann jetzt nicht sagen, dass der Fehler am Trafo liegt, aber die Vermutung ist berechtigt. Und in so einem Fall müsste man ihn austauschen, was aus dem Gerät eine Bastelkiste macht und Geld kostet. Und wenn der Trafo Resonanzen hat, so wird das Gerät nicht wirklich besser, wenn man an den Eingangsfiltern rum operiert.
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PMPO
Meridian Freund
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#6
18.09.2010, 15:47

Ups, das habe ich ja völlig übersehen hier. Blush

@Olli,
lass sie so wie sie ist. Ich hatte sie auch mal (gute 15 Jahre her). Ich gehe mal ganz stark davon aus, dass Du auch schon eine Blick auf die inneren Werte gelegt hast. Dabei wird Dir nicht entgangen sein das der Ausgangs-Übertrager die Größe eines Klingeltrafos hat. Die Modern Classic Tube ist eine schön anzuschauende einfache Röhre, mehr leider nicht.
 

............................................................
Gruß, Daniel 

Niemand scheint sich der tatsache bewußt zu sein, daß alles vorher Gesagte nichtig ist, da wir nun einmal dem kalten Determinismus der physischen Dinge unterworfene Tiere sind.

zitat von MURIEL BARBERY
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hoschibill
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#7
18.09.2010, 18:50

Hi Daniel Smile
Ich habe die CT15 mittlerweile verkauft. Die Dinger sind ganz nett, mehr aber auch nicht. Aktuell habe ich einen Yarland Pro88se, bestückt mit 4x KT88.

Gruss
Olli
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