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Normale Version: Warum nutzen sich Tonabnehmer ab?
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Kann mir das mal einer erklären?
Diamanten(nadeln) sind so ziemlich das härteste was es so gibt. Vinyl ist als Kunststoff eher weich.

Ich hab mal im Studium gelernt, dass Härtemessungen mittels "Ritzversuchen" gemacht werden. Das härtere Material hinterleässt im weicheren Ritzspuren. Dazu gibts verschiedene Verfahren...nach Vickers, Brinell und Rockwell.

Wie kann dann eine sehr harte Diamantnadel beim "Schleifen" über einem weichen Vinyl überhaupt abnutzen?
Ich muss dabei sagen, dass ich noch nie ein Tonabnehmersystem wegen Abnutzungserscheinungen ausgetauscht habe. Dieses Phänomen ist mir nicht bekannt, aber es wird immer viel darüber geredet.
Steter Tropfen höhlt das Hirn......äh, den Stein! Big Grin

Ich hab mich auch mal gefragt, wie man einen Diamanten zum Brillianten schleift, wenn es doch nichts härteres gibt. In dem man dabei bleibt! TongueBig Grin
Nun...Diamanten werden sicher nicht mit Vinylscheiben zu Brillianten geschliffen...Mach dich mal schlau, was man dafür fürn Schleifmittel braucht. Wink
Ich denke mal, daß es sich bei Plattenspielernadeln nur um minderwertige oder auch synthetische Industrie-Diamanten handelt. Prost
Das mag wohl sein...man sagt auch Industriediamnten dazu..dennoch haben sie mit Sicherheit eine weitaus höhere Härte als Vinyl. Eine Erklärung für die Abnutzung ist da ja wohl nicht Wink
Mal schauen was uns Torsten dazu sagen kann. Ich weiß auch keine Antwort.
Nach dem, was ich gelesen habe, nutzen sich die feinen Spitzen der Nadeln auch an weicherem Material ab. Pilotcutter aka Olaf hat dazu einen interessanten Beitrag im HF geschrieben:

"OK, dann rechnen wir mal

Aussenrille: 30cm x Pi = 94,25cm
Innenrille: 12cm x Pi = 37,70cm

Mittlere Rille eine Runde = 66 cm Weg

20 Minuten eine Plattenseite mit 33 1/3 UPM = 666 Umdrehungen pro Plattenseite x 0,66 Meter = 440 Meter.

Das hieße, bei einer Platte und ca. 40 Minuten Spielzeit wird die Nadel ca. 880 Meter über's Vinyl gezogen.

Bei 1.000h x 60 sind wir bei 60.000 Minuten für ein mittleres Nadelleben, geteilt durch 40 Minuten, macht gleich 1.500 Platten und das mal 0,88km macht

sage und schreibe 1.320 Kilometer Plattenrille!!!!

Wenn mein Rechnungserguss so stimmt, ist das eine Rille von Flensburg bis kurz vor Budapest!!!!!

Da liegt dann auf alle Fälle ein Verschleiß vor. Egal wie hart Diamant und wie weich Vinyl ist.

Bei Nadelverschleiß geht es ja imho auch um einen Hauch der Abnutzung. Bei hochwertigen und scharfen Schliffen braucht es eben nur diesen Hauch Nutzung um den Verschleiß hörbar zu machen.


Die 1000 Stunden sind nur ein grober Richtwert. Die Nadel kann schon früher fertig sein, oder aber auch länger halten.


Clearudio schreibt bei seinen Sytemen 'was von 8.000h. Das muss man sich mal vorstellen - die obige Rechnung mal 8! Korrekte Justage vorausgesetzt.

clearau

Ich glaube auch, dass bis zur angegebenen Abnutzungsgrenze/-dauer das System so exakt wie möglich spielt und erst nach Überschreiten der Nutzungsdauer der Verfall einsetzt. Also setzt nicht früher ein und nach den x.000 Stunden ist dann wirklich Schluss mit HiFi.

Wenn man sich die Leistung einer Plattennadel mal zu Gemüte führt, wird einem schon klar, dass auch da - wenn auch nach vielen Jahren - von Abnutzung die Rede sein kann." (Zitat Ende)

Prost
hmnja....aber...:

Es wird auf dieser furchtbar langen Strecke von Hamburg nach Budapest ja das Vinyl "abgeschliffen"...nicht der Diamant. Der ist sowohl in Hamburg, als auch noch kurz vor Budapest etwa 100 mal härter als das Plattenmaterial...oder so
Helga, welche Antwort möchtest du hören? Die Richtige oder Die, die dir am besten gefällt ? Big GrinProstTongue
Natürlich die richtige, aber bitte auch physikalisch belegt, und zwar so, dass ich es nachvollziehen kann.... kein Geschwurbel über irgendwelche Theorien
Wo 2 Materialien aufeinander treffen, gibt es halt auf beiden Seiten Abrieb. Nur fällt es bei dem Diamanten eher auf, da er anderen Ansprüchen genügen muß. Wo bei Vinyl einige µ noch unkritisch sind, ist beim Diamanten nach ein paar Nanometern schon der Gang in die Tonne angesagt. Tongue
Richtig! Aber reibt sich ein Diamant auf Vinyl wirklich ab? Es geht nicht um wieviel, sondern um überhaupt?
(22.06.2012, 19:30)Stormbringer667 schrieb: [ -> ]Wo 2 Materialien aufeinander treffen, gibt es halt auf beiden Seiten Abrieb. Nur fällt es bei dem Diamanten eher auf, da er anderen Ansprüchen genügen muß. Wo bei Vinyl einige µ noch unkritisch sind, ist beim Diamanten nach ein paar Nanometern schon der Gang in die Tonne angesagt. Tongue

Das sind dann aber schon einige Nanometer ! Wink
(22.06.2012, 18:51)Weidenkaetzchen schrieb: [ -> ]Natürlich die richtige, aber bitte auch physikalisch belegt, und zwar so, dass ich es nachvollziehen kann.... kein Geschwurbel über irgendwelche Theorien

Im Staub befinden sich Mikro-Silikate, die nicht viel weicher sind als Diamant. Das verursacht auch den Verschleiß. Man sagt zwar immer, dass der Grand Canyon durch das Wasser ausgespült wurde...es sind aber die Gesteine und der Sand, die er mitschleppt...wäre eine Erklärung Huh Prost
(22.06.2012, 19:36)Weidenkaetzchen schrieb: [ -> ]Richtig! Aber reibt sich ein Diamant auf Vinyl wirklich ab? Es geht nicht um wieviel, sondern um überhaupt?

Ja, denn es befinden sich in der Rille auch Partikel (Staub, Schmutz etc.) die im Größenverhältnis "felsartig" daherkommen. Big Grin

Ahh...das würde Sinn machen!
Dann wäre also der größte Verschleißfaktor der Schmutz, der in der Rille sitzt, und nicht die Platte selbst.

Wäre es dann nicht unbedingt notwendig zB nass abzuspielen?

Um welchen Faktor könnte man dann den Verschleiß reduzieren?
(22.06.2012, 19:44)Weidenkaetzchen schrieb: [ -> ]Wäre es dann nicht unbedingt notwendig zB nass abzuspielen?

Nein! Denn das Wasser ist wieder ein Fremdkörper, der beiden Materialien schaden kann. Ideal wäre ein luft- und staubfreier Raum, um den geringsten Verschleiß zu haben. Noch besser wäre es natürlich, einen direkten Kontakt zu vermeiden.
Naßabspielen hat zwar den Spüleffekt und reduziert dadurch auch das Oberflächengeräusch, kann aber wiederum negative Auswirkungen auf die Nadelträgeraufhängung haben. Confused

Gegner der Naßmethode argumentierten auch, man würde u.U. den Rillenschmutz noch weiter über die Plattenoberfläche verteilen.
(22.06.2012, 19:47)Stormbringer667 schrieb: [ -> ]Noch besser wäre es natürlich, einen direkten Kontakt zu vermeiden.

Laser-Player >>>>>>> CD ! Big GrinTongueBig GrinTongueBig GrinTongue
(22.06.2012, 19:47)Stormbringer667 schrieb: [ -> ]
(22.06.2012, 19:44)Weidenkaetzchen schrieb: [ -> ]Wäre es dann nicht unbedingt notwendig zB nass abzuspielen?

Nein! Denn das Wasser ist wieder ein Fremdkörper, der beiden Materialien schaden kann. Ideal wäre ein luft- und staubfreier Raum, um den geringsten Verschleiß zu haben. Noch besser wäre es natürlich, einen direkten Kontakt zu vermeiden.

hmmm...das wärs dann:

[Bild: laserturntable12689z.jpg]
Der wurde in seiner Urform ja schon Ende der 1980er entwickelt - und hat sich nie durchsetzen können. Wink
Ach, dieses Laserteil hat doch nie richtig funktioniert. Tongue

Erst als man drauf kam, die Oberfläche der Platte zu versilbern, kamen vernünftige Töne raus......Big Grin
(22.06.2012, 19:56)Stormbringer667 schrieb: [ -> ]Erst als man drauf kam, die Oberfläche der Platte zu versilbern, kamen vernünftige Töne raus......Big Grin

Ein wahres Wort - trotz der 4 Biere ! Tongue

offel

Hallo Helga,
ich versuche mal eine Erklärung abzugeben.
Lucki hat die Wegstrecke des Diamanten angegeben mit ca. 1400 Km,

Der Diamant hat kontinuierlichen Kontakt zur Plattenrille, daß Vinyl an der Stelle wo der Diamant die Rille berührt nur Millisekunden.
Der Diamant hat einen Kontakt zum Vinyl pro LP Seite ca 30 Minuten, jede Stelle des Venyl der Platte nur Millisekunden.
Selbst nach Vickers, Brinell und Rockwell hat auch das härteste Material eine Abnutzung, zwar um etliches weniger als das weiche Material aber eine Abnutzung (Standzeit).
Das heißt im Klartext, das Vinyl verschleißt schneller als der Diamant ,da aber der Diamant ständigen Kontakt hat und das Vinyl der LP nur Bruchteile der kontinuierlichen Berührung hat ist die Nadel eher verschlissen.
Irgendwann Klingt die Platte nicht mehr da sie auch verschlissen ist
( Lebensdauer einer LP je nach Nutzung 20-50 Jahre)

[Bild: AbgeschliffeneAbtastnadel.jpg]
Abnutzung Diamant


[Bild: PlattenrillemitDefekten.jpg]

Abnutzung LP


und in der Natur gibt es die besten Beispiele : Wasser schleift den härtesten Stein
Da die Flanken beim Diamant geschliffen werden tritt irgendwann der Diamant auf den Rillenboden.
Da Diamant bekanntlich spröde ist kann es zum super Gau kommen und die Nadel bricht.

Ich hoffe man kann den Kauderwelsch verstehen.
jetzt ein Kaffee Trink
(22.06.2012, 20:04)Accu_Lover schrieb: [ -> ]
(22.06.2012, 19:56)Stormbringer667 schrieb: [ -> ]Erst als man drauf kam, die Oberfläche der Platte zu versilbern, kamen vernünftige Töne raus......Big Grin

Ein wahres Wort - trotz der 4 Biere ! Tongue

Bezogen auf des Medium und die Art der Abtastung. Uber die Art der Signalverarbeitung reden wie mal lieber irgendwann mal bei einer Flasche Eierlikör oder so......Big Grin
Ich kanns so ungefähr nachvollziehen.

Man müsste noch den Reibungskoeffizienten zw. Vinyl und Nadel reduzieren können. Eine Art "Gleitfilm". Aber das ist wohl in der Praxis nicht funktionsfähig.

Also stimmt der blöde Song von James Bond doch nicht "Diamonds are forever".
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