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Normale Version: LG HX966TZW - 3D Komplettsystem im Test
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Hallo Forum Prost

Es ist mal wieder an der Zeit für einen kleinen Testbericht, wenn auch in einem für mich ungewohnten Genre: Komplettsysteme. In der Regel raten erfahrene User in einschlägigen Foren prinzipiell von der Verwendung von Komplettsystemen - wie man sie von Samsung, Sony, LG usw kennt - ab, auch wenn häufig von Interessenten eine Lösung gesucht wird, wo man möglichst alles in einem Karton erwerben kann. Häufig ist die Verarbeitung mäßig, Flexibilität bei den Anschluss- und Einstellmöglichkeiten oft gar nicht gegeben, der Klang lässt zudem oft zu wünschen übrig.

Im Zuge eines TV-Tests fand sich das LG HX966TZW 3D Komplettsystem bei mir ein, welches ich einem Test unterzogen habe.

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Technische Daten im Überblick:

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Die Daten lesen sich zunächst eigentlich recht ordentlich und die Ausstattungs- und Featureliste lässt auch hoffen, für 799 Euro (UPE) einen ordentlichen Batzen Hightech zu bekommen:

3D-Blu-ray-Discs, BD-R(E), DVD (PAL & NTSC), DVD- R(W) (Video-Mode), DVD+R(W), Audio-CD, CD-R(W), DTS-CD, MP3, WMA, DivX, DivX HD, MKV, AVCHD, MPEG2, MPEG4 AVC (H.264), SMPTE VC1 (VC-09)
Smart TV
Wlan integriert
BD-Live 2.0
Schneller Systemstart und Tray Öffnung
Music ID Streaming
Wifi Direct
Bedienung durch Smart Phone App möglich
Music ID Dateiinformation
DLNA / CIFS zertifiziert

iPod® Dock
Wireless LAN (integriert)
HDMI Ausgang
2x HDMI Eingang
USB Plus
Komponente YUV
Digitaler Audio Eingang (optisch)

LG Sound Gallery
Dolby TrueHD
Dolby Digital, Dolby Digital Plus, Dolby ProLogic II
DTS HD (High Audio Resolution)
DTS HD (Master Essential)


Für ein Komplettsystem klingt das schon nach einer ordentlichen Bestückung, vor allem die Schlagworte wie "iPod-Dock", "integriertes WLAN", "Streaming" und die Möglichkeit die HD-Formate zu dekodieren dürfte vielen Interessenten gefallen. Tatsächlich sind einige Features dabei, die man selbst in SA (Standalone) Playern oder Surroundreceivern über 1000.- nicht findet.



Ich mache mich also ans Auspacken.
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Etwas verwundert halte ich als erstes den 3D-Receiver in den Händen und war dann doch etwas irritiert, dass das Gerät so leicht ist, immerhin sollen da ja Endstufen verbaut sein, die insg. 1100W (bei 10% Klirr) ausgeben können.

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Die Verarbeitung des Gerätes ist ordentlich aber auch kein Highlight. Modisches Klavierlack oben, eine dezente Frontplatte, hinter der sich Anschlüsse und Laufwerk befinden. Die rückseitigen Anschlussbuchsen sind passig eingefügt und sitzen fest. Wünschenswert wäre ggf. noch ein abnehmbares Netzkabel gewesen, so ist man dann doch auf eine bestimmte Länge festgelegt. Die Bedienung läuft über Berührungssensoren an der Oberseite des Gerätes:

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Der weitere Lieferumfang kommt nach und nach ans Tageslicht: Da wäre zum einen das wertige Dock für Steve Jobs Portables, welches sich rückseitig an den Receiver anschließen lässt.

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Weiterhin die Beipackstrippen (Klingeldraht), die fertig konfektioniert in großzügiger Länge geliefert werden, eine anständige beleuchtbare Fernbedienung, die angenehm in der Hand liegt, einen vernünftigen Radius und Knöpfe mit angenehmen Druckpunkt besitzt.
Was ich nicht im Karton gefunden habe sind weitere Verbindungskabel und vor allem kein Einmessmikrofon, welches ja mittlerweile bei fast jedem Einsteiger-AVR zum Lieferumfang gehört. Das liegt schlichtweg daran, dass das Receiverteil nicht über eine Einmessfunktion verfügt.


Weiter gehts:

Etwas enttäuscht war ich über einen passiven Subwoofer, da selbst Teufel seine 150.- Sets mit einem aktiven Subwoofer ausliefert. Der nicht ganz 7kg schwere Subwoofer verträgt maximal 300W, basiert auf einer Frontfire-Konstruktion mit frontseitigem Atemloch und einem 18cm Chassis, welches sich hinter inversen Metallgitter versteckt. Vorne hui, hinten Pfui: Die sauber verarbeitete Front mit Lack und Gitter und der Blick von hinten auf die Spanplatten-Konstruktion.

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Weiter zu den Lautsprechern: Entgegen Lautsprechersäulen von Teufel oder Canton, die in einem Stück geliefert werden, müssen die Komponenten der Front- und Rearlautsprechern vor dem Aufbau zusammengebaut werden, möchte man sie als Standsäulen betreiben. Insofern macht das Sinn, da man eigentlichen Lautsprecher auch an der Wand aufhängen kann und sich somit die mitgelieferten Standfüße ersparen kann. Die nötigen Schrauben werden mitgeliefert, der Aufbau hat bei mir in etwa 15 Minuten für alle vier Säulen gedauert.

Die Komponenten einer Säule: [attachment=1392]

Aufhängemöglichkeit für die vier Effektlautsprecher: [attachment=1393]

Kabelführung im Standfuß integriert: [attachment=1394]


Die etwa 1kg leichten Lautsprecher sind frontseitig ordentlich verarbeitet, die Alu-Chassis und der Gewebehochtöner sind in eine Aluplatte eingelassen, die ein wenig Hochwertigkeit ausstrahlt.

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Rückseitig findet der Betrachter lediglich ein Paar Klemmanschlüsse in dem soliden, aber nicht hochwertigen Plastikgehäuse.

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Zu guter Letzt fehlt noch der Centerlautsprecher, welcher "in einem Stück" kommt und die gleiche Bestückung aufweißt, wie die restlichen Lautsprecher. Einen Standfuß braucht er nicht, er liegt quasi von Werk aus, hier im Vergleich mit meinem Center:

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Nach dem recht unkomplizierten Zusammenbau der Säulen erfolgte der ebenso unkomplizierte Aufbau und Anschluss der 6 Lautsprecher. Für Interessenten mit Kleinkindern sei gesagt, dass die Standfestigkeit der Säulen nicht überwältigend ist, kleine neugierige Kinderhände könnten den Säulen leicht zum Verhängnis werden. Hier eine "fertige" Säule neben meinen Revox ReConfusedound S Brilliant.

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Ohne mich erstmal groß mit Einstellungen (die ohnehin klanglich eh kaum existieren) zu beschäftigen, habe ich gleich mal die Möglichkeit mit dem iPod Dock genutzt und gleich einmal ein Musiktest gestartet. Erstaunlicherweise klang das wesentlich besser als erwartet (2Ch Modus). Dire Straits - Money for Nothing wurde druckvoll und differenziert wiedergegeben. Ich werde jetzt nicht die Stereoqualität dieses Sets mit meiner eigentlichen Anlage vergleichen, aber nach einigen Tests mit Musik (Habib Koité, Jean Michel Jarre, Dire Straits, Chris Rea, Peter Fox, Blue Man Group) kann man folgendes Fazit ziehen:

1. Für ein Säulensystem mit passivem Subwoofer klingt es ordentlich
2. Bei komplexer Musik (Blue Man Group oder der Festival Coronation March) ist das Set überfordert.
3. Der Hochtonbereich ist angenehm, unterscheidet sich da doch deutlich von der kreischenden Charakteristik von Teufel Concept P und Co.
4. Der Subwoofer neigt zum Brummeln, eher etwas für Surround.

Erwähnswert wäre noch der eingebaute Tuner, über den man Radio empfangen kann. Ich habe dies nicht explizit getestet, wollte es aber erwähnt haben.


Kommen wir zu DVD, Bluray und Co: Beim Bild kann ich dem Laufwerk eigentlich nur Lob aussprechen. Bei DVDs gelingt das Skalieren hervorragend und ich sehe den Player da durchaus auf dem Niveau meines Yamaha BD-S1900, der ebenfalls ein prima DVD-Bild erzeugt. Bei animierten Filmen (Ratatouille) erkenne ich den Unterschied zwischen Bluray und DVD bei beiden Playern kaum noch.
Auch das Bluray-Bild lässt keine Wünsche offen, die Ladezeiten sind zügig, lediglich mit Avatar hatte das Laufwerk eine Weile zu kämpfen, spielte sie aber dann ohne Murren ab. Die Laufwerksgeräusche sind wahrnehmbar, halten sich aber auf dem gleichen Niveau auf wie der bereits erwähnte Yamaha. Die Farben werden lebendig und authentisch wiedergegeben, ich habe hier nichts zu bemängeln.
Mir fehlt der Vergleich bei der 3D Fähigkeit, aber auch das gelingt dem Laufwerk sehr gut.
Was ich leider nicht testen kann sind DivX Filme (die das Set ja wiedergeben kann), da ich solches Material leider nicht besitze. GGf kann ja mal ein zukünftiger Besitzer hier seine Erfahrungen berichten.

Klanglich ist das Set bei Surround trotz der fehlenden Einstellungen nicht zu verachten. Bei Klangparameter "Natural" schafft es das LG durchaus in meinem Raum (insg. 20qm, Beschallungsfläche etwa 10qm) ein Hauch von Kino zu erzeugen. Es fehlen zugegebenermaßen die Einstellungen, die sonst von Surroundreceivern über das Einmesssystem vorgenommen werden. Dem Besitzer des Sets stehen neben einem manuellen 7-Band-EQ lediglich unterschiedliche DSPs zur Verfügung:

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Trotz der 1100W (RMS) macht das wirklich laute Hören wenig Spass, da der Ton dann zunehmend verzerrt und der Sub übersteuert. Auch wenn ich selber solche Lautstärken selten betreibe, für Pegelreiter ist das nichts, weder bei Musik noch bei Film. Bei geringeren (für mich normalen) Lautstärken reicht es von der Leistung her vollkommen aus.


Man kann an dieser Stelle eigentlich feststellen, dass das Set primär mit seiner (multimedialen) Ausstattung und seinen Bildfähigkeiten glänzt. Das integrierte WLAN - welches spielend leicht einzurichten ist - gewährleistet neben unkomplizierten Softwareupdates auch das Streamen von Dateien über das Netzwerk sämtlicher Video- und Audiodateien, was auch für die USB-Schnittstelle zählt:

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Über die LG-App-Funktion hat der Anwender Zugriff auf eine stets steigende Anzahl von LG-Apps (Lernprogramme, Spiele usw), oder kann sich Onlineangebote auf den Fernseher holen (Youtube z.B.).
Natürlich unterstützt das Set auch BD-Live 2.0, einen externen FAT-formatierten Speicher vorausgesetzt. Zum Zugreifen auf gespeicherte Medien wird auch eine NTFS formatierte Festplatte oder Stick erkannt.
Die gesamte Steuerung erfolgt über ein hübsches, logisch aufgebautes und farbiges GUI, wo sich auch fachunkundige Benutzer schnell zurechtfinden:

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Zusammenfassend lässt sich sagen, dass dieses Komplettsystem gar nicht so schlecht ist, wie man das häufig so in den Foren von anderen Sets liest. Gerade die vielen Möglichkeiten - angefangen vom Streamen bis hin zum iPod Dock - werden von vielen Usern häufig als KO-Kriterium genannt. Auch wenn die UPE von 799.- nicht wenig ist, so handelt es sich lediglich um eben eine UPE, der aktuelle Straßenpreis für das recht junge System liegt aktuell (Stand 13.6.11) bei gut 600.-. Empfehlenswert ist dieses Set für den,

der zwangsläufig Säulenlautsprecher oder flache Wandlausprecher braucht;

der möglichst aufwendigem Einstellen und der Komplexität von AV-Receivern aus dem Weg gehen möchte;

der einen höheren Stellenwert auf Video- und Multimediafunktionen legt, als auf den Klang;

der möglichst nur ein Gerät stellen möchte oder einen AVR + Player nicht stellen kann.

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Beim Konkurrenzvergleich bzw. bei dem Blick auf ein mögliches Set zum selben Preis muss man bei dem Aspekt Multimedia ein wenig einstecken. Denkbar wäre ein Teufel Columna 100, mit einem Onkyo 309 und LG BD 670 erreicht man ein ähnliches Set und dank dem LG Player auch mit ähnlicher Technik. Durch den Onkyo ist man in Sachen Einbindung von Quellgeräten, Einstellung des Systems und klanglich auf der sicheren Seite. Das Teufel Set hat durch seinen aktiven Sub mehr Potential, als das oben getestete LG mit seinem Passiv-Sub.


Prost

Pizza

Sehr schön geschrieben, Miguel Prost

Gruß
Roger
Danke Roger, es folgt in Kürze ein Bericht zum http://www.lg.com/de/tv-heimkino-blu-ray...LW650S.jsp

Pizza

Den kannst du mir nach dem Test vermachen ... Big Grin
Da musst du aber dann nach MD kommen, verschicken tue ich den nicht.