Was für ein Abend!
Die Live Music Hall war ausverkauft, gefühlt mindestens 1,5 mal... es war wirklich VOLL. Gut für die Stimmung, schlecht für die Bewegungsfreiheit.
Nahezu pünktlich um 19 Uhr ging das Licht aus... und es ging los. Wie soll man das Konzert beschreiben? Musikalische Magie? Egal... es war einfach genial.
Woran erkennt man ein Transatlantic-Konzert? Ganz einfach: es sind mittlerweile 90 Minuten vorbei, und wir befinden uns gerade im zweiten Stück...

Ich habe ja mit einem Querschnitt durch das neue Album "The Whirlwind" gerechnet... das Album ist ja im Grunde genommen ein einziger knapp 80 minütiger durchgehender Longtrack, der lediglich zur Navigation in 12 Kapitel unterteilt wurde.
Aber NEIN... das ganze Album wird in einem Stück, vom ersten bis zum letzten Ton, komplett gespielt, mit ein paar sehr unterhaltsamen Jam-Einlagen und Zitaten an z.B. Deep Purple.
Nach diesen 80 Minuten gabs eine kurze Pause, aber Mr. Portnoy drohte es schon an: "We take a short break now, but don´t worry, we are not even half way through!"
Danach folgte ein nochmal über 100 Minuten dauernder Ritt durch die anderen beiden Alben "SMPTE" und Bridge across forever"... präsentiert von einer mehr als spielfreudigen Band, die sichtlich jede einzelne Sekunde auf der Bühne in vollen Zügen genoss. Es wurde herumgealbert, gejammt, improvisiert... Musik und Musikalität in Höchstform.
Beim Finale des letzten Songs "Stranger in your soul" rannte Neal Morse dann noch von seiner Tastenburg zum Mike Portnoys Drumkit rüber, spielte erst mit ihm zusammen, übernahm das Schlagzeug dann komplett... Mike Portnoy nutzte die Gelegenheit für ein wenig Stage Diving und einem Bad in Menge... Nachdem er auf Händen dann durch die halbe Live Music Hall getragen wurde, konnte er das Publikum dann doch überreden, in wieder zur Bühne zurück zu transportieren... um dann beim Finale selbst wieder die Felle zu verprügeln.
Überhaupt Mike Portnoy... der Mann ist ein Tier! Er trommelt sich virtuos, als wäre es nichts, durch ein fast 3,5 stündiges Set... und das wie ein Uhrwerk, da war kein einziger Schlag daneben, da saß alles... und hat gleichzeitig bei manchen Songs noch den Leadgesang übernommen, alberte mit dem Publikum herum (sein Drumkit war nicht hinten auf der Bühne, sondern stand seitlich am rechten Bühnenrand).
Aber auch die anderen Musiker wussten zu überzeugen: Neal Morse ist ein Meister an den Tasten, und lässt sich auch von abschmierenden Macs nicht aus der Ruhe bringen... spiele ich das Solo eben auf der Orgel zu Ende, die stürzt wenigstens nicht ab... Roine Stolt spielte fantastische Gitarrenparts und Solos, und Mr. Trewawas sorgte für ein stets präsentes, virtuoses und vor allem hörbares Bassfundament. Daniel Gildenlow als fünfter Mann unterstützte die Band sehr effektiv an Tasten und Saiten....
Was soll ich sagen... ich bin begeistert...
Hier ist mal die Setlist, soweit ich sie in Erinnerung habe... lediglich bei der Reihenfolge im Mittelteil bin ich mir nicht 100%ig sicher, die Songs an sich stimmen aber:
1. The Whirlwind (ca. 85 Minuten)
2. All of the above (ca. 35 Minuten)
3. Bridge across forever (ca. 7 Minuten)
4. Duel with the devil (ca. 32 Minuten)
5. We all need some light (ca. 6 Minuten)
6. Stranger in your soul (ca. 35 Minuten)