![[Bild: 6ypofgoq.jpg]](http://s1b.directupload.net/images/090621/temp/6ypofgoq.jpg)
Es ist nicht der Dackel, der selbst gemacht ist, sondern die Sicke. Diese ist aus extra dünnem Filz und mit Silikon eingestrichen (Badewannenabdichtung). Wenn die Schwingspule nicht beschädigt ist, weil sie schon lange im Magneten rumgeschabt hat, so kann man dies selber machen (Ist die Schwingspule beschädigt, lohnt sich eine Reparatur kaum).
Vorgehen: Zuerst die Stauschutzkalotte vorsichtig raus schneiden. Dabei wird sie natürlich etwas kleiner, was aber kein Problem sein sollte, wenn sie auf die Membran geklebt war und nicht auf den Schwingspulenträger.
Jetzt aus Postkarten Streifen schneiden und von vorne zwischen Schwingspule und Magnet schieben. Die Spule sollte sich noch schwergängig (nicht zu klamm) bewegen lassen.
Zuerst den vorderen Rand von allfälligem Karton oder Kork befreien. Diesen aufbewahren, wird wieder gebraucht.
Jetzt die alte Sicke entfernen, auch die Reste, die an der Membrane kleben. Nun den Filz so ausschneiden, dass er mal ein Loch hat, das etwa 3 cm weniger Durchmesser als die Membran besitzt.
Den Filz über die Membran "fädeln", dass er hinter dieser liegt. Der Filz sollte aussen noch so gross sein, dass man ihn nachher noch problemlos zuschneiden kann.
Jetzt wird der Filz hinter die Membran geklebt, dass es möglichst keine Falten gibt. Er sollte also sauber und glatt an der Membran anliegen. Dies mal einige Stunden trocknen lassen. Und darauf achten, dass kein Leim den Filz "versaut", weil er sonst hart wird.
Nun wird die Membran GANZ nach innen gedrückt, bis die Zentrierung nicht mehr weiter kann. Anschliessend wird der Lautsprecher aufs "Gesicht" auf den Tisch gelegt und der Filz soweit glatt gezogen, dass es ebenfalls keine Falten gibt. Dabei MUSS die Membran ganz nach innen geschoben sein.
Mit einem Stift den Filz markieren, damit man ihn anschliessend ausschneiden kann.
Durch das Festklemmen der Schwingspule ist erstens die Schwingspule zentriert und sie steht auch parallel im Luftspalt. Wenn also der Filzrand markiert wird, so ist jetzt garantiert, dass sich die Membrane ebenfalls parallel zum Luftspalt bewegen wird.
Nachdem der Filz markiert und ausgeschnitten ist, wird er an den Lautsprecherkorb geklebt. Dabei soll der Filz bei eingeschobener Schwingspule locker-glatt ohne Falten angeklebt sein. Wieder einige Stunden trocknen lassen.
Nun wird Silikon aufgetragen und mit dem Finger GANZ DÜNN verstrichen. Es braucht erst mal genügend Silikon, dass der Filz überall bedeckt ist, aber letztlich darf es nur eine ganz dünne Schicht sein, weil sonst die Federkraft zu stark wird und der Lautsprecher völlig andere TSP bekommt. Durch das Streichen mit dem Finger wird der Filz leicht gedehnt.
Nun wird die Membran so weit nach aussen verschoben, dass sie sich möglichst genau in der Mitte der Auslenkung befindet. Das ist üblicherweise dann der Fall, wenn die rückwärtige Zentrierung weder einen Berg noch ein Tal bildet, sondern eben ist.
Jetzt lässt man die ganze Sache einen Tag trocknen. Dass jetzt die Sicke nach innen geht statt nach aussen spielt solange keine Rolle, wie sie Platz genug hat und nicht am Korb anstösst.
Jetzt erfolgt eine erste Kontrolle, ob alles ohne Kratzen läuft. Dazu natürlich die Postkarten entfernen. Wenn alles OK ist, kann die Staubschutzkalotte wieder aufgeklebt werden und der Lautsprecher tut es wieder für 100 Jahre.
Mit einer Fertigsicke (aber kein Schaumstoff, sonst hat man den Ärger bald wieder) ist die Prozedur ähnlich, nur dass da einige Schwitte entfallen. Massgebend ist das Festklemmen und damit zentrieren der Schwingspule, bis alles trocken ist.